Beste Aussichten

auf eine traditionsreiche Geschichte.

Auf 785 Metern.

Über den Dächern von Garmisch-Partenkirchen

..und inmitten des Wettersteingebirges liegt der Privatsee Riessersee. Er umfasst 26.000 m2 und kann auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurückblicken.

Bereits 1886 wurde der See, der sich damals "See unterm' Katzenstein" nannte, vom Vorgänger des Ökonoms Mathias Wackerle in einer Waldlichtung künstlich angelegt. Die Wasserzufuhr erfolgte hauptsächlich durch eine Hangquelle am Südostufer. Stauhöhen, die Dammkrone einschließlich des Dammquerprofils und das Querprofil durch den See wurden ebenfalls festgelegt. Im Juni 1886 genehmigte das Bezirksamt Garmisch das "Riessersee-Projekt", allerdings unter der Prämisse, dass Grundstücke Dritter nicht beeinträchtigt werden durften. Wackerle und dessen Nachfolger waren haftbar für Schäden an fremdem Grund und Boden.

Das Anwesen am Riessersee existierte bereits seit dem Mittelalter. 1845 stellte Josef Buchwieser (auch damals bekannt als der „Rieserthoma-Sepp“) ein Hausbau Gesuch. Im Jahr 1887 ging das Areal rund um den Riessersee inklusive dem See in den Besitz der Familie Buchwieser über und blieb anschließend viele Jahre in ihrem Besitz. 1892 wurde das "Landhaus Rießersee" gebaut, welches heute neben dem Hotelkomplex liegt und Privatwohnungen beherbergt. Um die Jahrhundertwende erbaute die Familie Buchwieser dann schließlich das traditionsreiche Hotel. 1912 war es noch der „Rießerbauer“, anschließend das „Landhaus Rießersee“, dann „Hotel und Pension Rießersee“ und im Anschluss das „Hotel und Kurhaus Riessersee“.

Am 12. Oktober 1920 wurde der Sportclub Riessersee im Luxushotel Riessersee gegründet. Neben einigen anderen war der damalige Besitzer des Hotels – Leonhard Buchwieser – Mitbegründer des Clubs.
Anfang 1921 übernahm der Sportclub sämtliche am Riessersee und an den Rießerhängen gelegene Sportanlagen, Bahnen und Plätze zur eigenen Verwaltung und für eigene Veranstaltungen. Organisiert wurden Sportarten wie Bobsleigh, Eishockey, Eislauf, Eisstockschießen, Eisschnelllauf und – tanz und noch einige mehr. Ab Februar 1921 wurden auch die Bayerischen Meisterschaften im Eisstockschießen ausgerichtet, es herrschte reger Spielbetrieb. 1922 erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister, im ersten Jahr hatte der Club bereits 87 Mitglieder. Der Riessersee erfreute sich seit der Gründung des SCR vor allem bei Eissportfreunden großer Beliebtheit. Heute ist das Riessersee Hotel noch immer Partner des SCR.

Bereits ab 1902 kamen die ersten Eisläufer aus München und Berlin, um auf dem Natureis zu trainieren. Ab 1904 wurde auf dem Riessersee Eissportgeschichte geschrieben. Bei den Olympischen Winterspielen 1936 wurden etliche Eis-Veranstaltungen wie Eisschnelllauf und Eishockey auf diesem See ausgetragen.

Bekanntheit erlangte der Riessersee auch durch die legendäre Bobbahn bei den Olympischen Winterspielen 1936. Die Bahn war bereits 1909 angelegt worden, wurde aber für die Winterspiele extra erneuert. Am 05. Dezember 1909 wurde die neue Bobschlittenbahn am Riessersee mit einer Länge von 1400 m fertiggestellt. Der Architekt Zoeppritz baute sie zu einer der anspruchsvollsten Bahnen dieser Zeit um. Durch Tauwetter verzögert konnte am 06. Februar 1910 die Eröffnung der Bahn gefeiert werden, am 07. Februar wurde mit einer Teilnahme von sieben Mannschaften der erste Wettkampf ausgetragen. Von da an fanden auf der „gefährlichsten Bahn der Welt“ zahlreiche Rennen statt, die von etwa 32.000 Zuschauern verfolgt wurden.

Am 5. Februar 1911 forderte die Bobbahn, die aufgrund des Ausbaus der Kurven und der Strecke schneller und gefährlicher wurde, das erste Todesopfer. Ein Fünferbob raste aus einer Kurve heraus und wurde mit voller Wucht an einen Baum geschleudert. Einer der Fahrer erlitt einen schweren Schädelbruch und verstarb.
Im Januar 1911 übernahm der neu gegründete Bobverein die Bahn und hielt sie in Stand, vor allem 1913 und 1914 fanden zahlreiche Veranstaltungen dort statt. Während des 1. Weltkrieges blieb sie lange unbenutzt und verwahrloste zunehmend. 1920 fanden dann schließlich wieder Rennen statt und die Bahn wurde erneut hergerichtet.

1934 baute man auch die Bobbahn um und modernisierte sie. Sie hatte bereits eine Länge von 1640 m und galt damals als eine der schönsten und interessantesten Bahnen der Welt. Um die Bahn nicht übermäßig zu belasten, wurde eine Gewichtsbeschränkung eingeführt: Das Höchstgewicht pro Mannschaft für den Zweierbob betrug 200 kg, für den Viererbob 400 kg.

Die Zielkurve der historischen Natur-Bobbahn liegt im Südwesten des Sees. Ganz in der Nähe vom See steht der „Bobschuppen“ mit zahlreichen historischen Ausstellungsstücken und Original-Filmmaterial. Sowohl die Bobbahn als auch der Bobschuppen können Sommer wie Winter besucht und betrachtet werden und erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Bobbahn steht heute unter Denkmalschutz.

 

 

1971 wurde das Holzseehaus durch einen Steinbau ersetzt. Im Jahr 1985 wurde das neu erbaute „Sport und Konferenzhotel Riessersee“ eröffnet. Am 27.12. im Jahr darauf ereignete sich ein schweres Unglück im Riessersee Hotel: Es kam zu einer Gasexplosion, welche 11 Menschen das Leben kostete und 18 weitere zum Teil schwer verletzte.

In den Jahren 2011 und 2012 wurde auf dem Riessersee auch der Pond Hockey Cup ausgetragen.

Heute ist der Riessersee nach wie vor in Privatbesitz und ein beliebtes Ausflugsziel in der Natur. Es gibt im Sommer als auch im Winter zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Besonders der Seerundweg und das Strandbad (die Badeanstalt befand sich ursprünglich am Nordufer des Sees, unterhalb des Katzenstein-Felsens) sind stets gut besucht.